Schlaumeiern und schweigen: Hab ich recht oder hab ich recht? | taz.de
taz.de Created: July 8, 2025 Updated: February 26, 2026 article

Summary
Hierzulande hat sich so etwas wie Rechthabenwollen eingebürgert – das vermeidet Denken. Es sollte vielmehr ein Recht auf Nichtrechthabenwollen geben.
Note
Curator's note
This insightful piece explores the uncomfortable nature of being right and the fine line between intellectual growth and annoying self-righteousness. It argues that while arrogance stifles discourse, the true value of "being right" lies not in social dominance, but in the dynamic process of thinking. By shifting the focus from competing with others to being wiser than one’s former self, the text transforms a static ego-trap into a vibrant, vegetable-like growth of the mind.
Highlights
Andrerseits ist Rechthabenwollen die langweiligste und ärschigste Legitimation fürs Denken überhaupt
Für jeden Gedanken, der irgendwie öffentlich oder halböffentlich geäußert wird, gibt es mittlerweile nur noch zwei Rechtfertigungen: das Rechthaben und das Nützlichsein
transparentes und geteiltes Wissen um die Notwendigkeit, der Welt nicht nur Nutzen und Macht, sondern auch Werte und Ziele abzuverlangen.
Viel wichtiger als das Rechthaben in der Hoffnung auf richtiges Denken ist daher die Anregung.
Wenn man nicht recht haben will, setzt man vielleicht Gedanken und Dialoge in Bewegung, macht Denken und Sprechen transparent, lädt zu demokratischer Teilhabe ein.